Geschichte des Taijiquan

ChenXiaowang_Jan Silberstorff

Chen Xiaowang & Jan Silberstorff

Meister Jan Silberstorff

Jede ernst zu nehmende Geschichtsschreibung in China weist Chen Wanting als die Person aus, auf den das Taijiquan in den verschiedensten Richtungen wie wir es heute kennen, zurückzuführen ist. Chen Wanting jedoch ist auf niemanden weiter zurückzuführen. Der Yangstil, der Wustil, der andere Wustil und im Endeffekt auch der Sunstil (er setzt sich noch aus anderen Systemen zusammen) lassen sich unmittelbar auf den Chenstil zurückführen. Zu deutlich sind die Verwandtschaften der Hand- und Waffenformen, zu bekannt sind die Stammbäume, die immer wieder auf die Chen Familie verweisen. Die Formen und Stammbäume der Chen Familie lassen sich vor ihrer Zeit jedoch nirgendwo wiederfinden. Somit ist der Chenstil in China historisch als Quelle offiziell bestätigt worden.

Was nicht heißt, das Chen Wanting sich diese hohe Kunst nun notwendigerweise komplett selbst ausgedacht haben muss. Viele vorher bestehende Systeme, Theorien und spirituellen Erkenntnisse lagen dieser Entwicklung voraus. Sicher spricht auch nichts gegen daoistische Einsiedler, die da irgendwann einmal ihre Finger mit im Spiel gehabt haben werden. Aber Taijiquan, so wie wir es kennen, und sei es in den verschiedensten Varianten, wie sie heute verbreitet sind, dieses Taijiquan kannte man vor Chen Wanting nicht.

wer war nun dieser Chen Wanting?

und: wer war die Chen Familie?

und: was ist das Taijiquan, das wir heute kennen?

Chen Wanting war ein General im 17. Jahrhundert. Er lebte in der Zeit 1600-1680 unserer Zeitrechnung. Ich muss mich entschuldigen für all diejenigen, die auf ihren Werbeflyern Taijiquan als jahrtausend alte Kampfkunst beworben haben. Es wird langsam Zeit, diese neu zu entwerfen.

Fakt ist, Taijiquan basiert auf Wissen und Erkenntnissen, die bis an den Anfang der Zeit zurückreichen. Aber alles was wir kennen, basiert auf dem Wissen und den Erkenntnissen, die bis an den Anfang der Zeit zurückreichen. Und wirbt ein Autohändler mit seiner Technologie etwa bis an die Zeit der Erfindung des Rades zurück?

Die Familie Chen, so belegen chinesische Staatseintragungen, siedelte 1374 aus der Hauptstadt der Shanxi Provinz, Hongtong, über in den Landkreis Wen (heutige Bezirksstadt ist Wenxian) der Henanprovinz. Dort begründete der Clanoberhaupt Chen Bo die Gemeinde Chenjiagou, benannt nach ihrem Familienname und einem riesigem Graben, der sich durch diese Landschaft zieht. Auch direkt benachbarte Gemeinden verwenden diesen Graben als Begriffsbezeichnung in ihrem Namen. Den Grund der Übersiedelung kann ich heute noch nicht klar nachweisen. Vermutlich war es eine öffentliche Maßnahme, die übervölkerte Provinz Shanxi zu Gunsten der schwach besiedelten Provinz Henan zu entlasten. Die Familie Chen brachte ihr bis zu General Chen Wanting überliefertes Kampfkunstsystem, das Hongtongquan, welches in der Stadt Hongtong noch heute ausgeübt wird, mit ins heutige Chenjiagou. Die Chen Familie betrieb also schon vor dem Taijiquan Kampfkunst.

Die Chen Familie war eine Kriegerfamilie. Auch Chen Wanting war in der Kriegskunst hoch bewandert. Historische Quellen verweisen auf seine Dienste unter der Herrschaft der Ming-Dynastie. Diesen Quellen zu Folge eskortierte er Reisezüge und war maßgeblicher Befehlshaber einer Bürgerarmee zur Verteidigung seines Landkreises Wen, drei Jahre vor dem Zerfall der Dynastie (1644). Unter anderem focht er eine große Schlacht gegen einen Befehlshaber, der eine Armee befehligte, die Fremdherrschaft zu unterstützen. Dieser war gleichzeitig ein guter Freund Chen Wantings. Wem dies absurd erscheint, vergleiche nur ähnliche Begebenheiten im Europa derselben Epoche. Chen Wantings Armee gewann die Schlacht und er nahm den Bediensteten des befreundeten Generals bei sich auf, nachdem letzterer enthauptet wurde. Dieser Bedienstete hieß Jiang Fa und wurde später einer der ersten Schüler Chen Wantings. Dies bedeutet, das Yang Luchan, einer der berühmtesten Taiji-Kämpfer der Geschichte, genauso sehr der erste Außenstehende war, der Taijiquan erlernte, wie Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Vielmehr war er der erste, der damit berühmt wurde!! Die Chen Familie, so wurde mir bei meinen zahlreichen Aufenthalten in Chenjiagou berichtet, unterrichtete schon immer auch Nichtfamilienmitglieder. Nur müsse man dazu verstehen, dass in jener Zeit, in der Kampf um die eigene Existenz täglich neu ausgefochten werden musste, und in denen die landes oder weltweite Kommunikation nur wörtlich Schritt für Schritt voran ging, der Andrang Außenstehender, Taijiquan zu erlernen, in Chenjiagou nicht allzu groß war.

Dies kann ich gut nachvollziehen. Noch heute habe ich trotz weltweiter Bekanntheit und trotz westlichem Wohlstand kaum Ausländer in Chenjiagou erblicken können. Heute keine Ausländer, damals keine Inländer. Dass Taijiquan sich heute so rasch verbreitet liegt daran, weil die Taiji-Meister oder Nicht-Meister heute von Zuhause fortgehen und zu den Leuten hingehen, um es ihnen zu zeigen. Damals ging niemand weg um irgend jemand, so etwas zeigen zu wollen. Es war eine wirklich andere Zeit.

Wie auch immer, Chen Wanting gewann zwar die Schlacht, die Qings jedoch den Krieg. So kam es in China 1644 zum Dynastiewechsel und die Fremdherrschaft der mandschurischen Qings begann. Chen Wanting wurde quasi arbeitslos. Was macht jemand der nach all den Jahren arbeitslos wird?

Er ist erst einmal deprimiert. Auch wenn er ein General ist. Und Chen Wanting erkannte in seiner Depression, dass ihm all seine erworbenen Titel, all sein Ruhm und seine Auszeichnungen nun nichts mehr wert waren. Und so erkannte er die Unbeständigkeit der Dinge, nichts ist von Dauer, alles in ständiger Wandlung. So widmete er sich dem Studium klassischer Texte über daoistische Wege zur Gesunderhaltung und Lebenspflege. Er studierte das Meridiansystem und die Boxklassiker der Zeit. Hauptsächlich beeindruckt aus dem Huang Ting (einem Buch über innere Energiearbeit) und dem Boxbuch des Generals Qi Jiguang (16. Jhd.), schuf er ein neues System. Dieses System verband die Meridianlehre mit der Boxkunst. Wirkte therapeutisch, philosophisch und kämpferisch zugleich. Es waren nicht, wie bisher bekannt, Boxformen, die durch Atemtechniken und Meditation begleitet wurden. Nein, alles wurde eins. Es gab keinen Unterschied mehr in der Übung. Meditation, Gesundheit und Selbstverteidigung zerschmolzen zu einem einzigen Übungsprinzip. Dieses Prinzip glich der Theorie von Yin und Yang so sehr, dass es später von Beobachtern mit dem Namen Taijiquan (Taiji-Boxen) bedacht wurde. Aber dies war damals nicht wichtig. Chen Wanting kreierte fünf Bewegungsabläufe, die dieses Prinzip beinhalteten. Eine weitere Form mit 108 Bewegungen ist heute zwar kaum noch in Chenjiagou zu finden, wird aber noch in der sehr frühen Heimat der Chen Familie, in Hongtong, teilweise geübt. Chen Wanting selbst hatte schon mindestens einen Schüler, der nicht direkt dem Chenclan angehörte, sondern aus Hongtong kam.

Insgesamt sagt man Chen Wanting sieben Formen nach: 5 Routinen Taijiquan, eine Form Chang Quan (Langes Boxen, nicht zu vergleichen mit der Variante aus dem modernen Wushu) und eine Form Paoquan (Kanonenboxen).

Diese sieben Formen fasste später in der 14. Generation Chen Changxing zu den heute zwei bekannten Formen des so genannten alten, traditionellen Rahmens, Laojia, zusammen. Dieser Zeitraum um Chen Changxing spielt in der Entwicklung des Taijiquan eine bedeutende Rolle. Zum einen sind diese Formen noch bis heute im Großen und Ganzen in ihrer damaligen Art und Weise erhalten geblieben und werden von der Chen Familie inzwischen überall auf der Welt unterrichtet. Zum anderen war es eine Zeit des Umbruchs. Vermehrt kamen Schüler von außerhalb, wurden von dem Chenclan akzeptiert, lernten Taijiquan und begannen, dieses in die Welt zu tragen. Die herausragenden Persönlichkeiten waren sicherlich zum einen Yang Luchan (1799-1872) aus Yongnian, Landkreis Handan, Hebei Provinz und quasi sein Nachbar Wu Yuxiang (1812-1880).

Nun wird oft und gern erzählt, Yang Luchan sei der erste, dem das “Geheimnis” der Chen Familie zuteil wurde. Wir haben weiter oben in diesem Artikel bereits gesehen, dass er keineswegs der erste gewesen ist, der als Nichtfamilienmitglied hier lernte. Wir verglichen ihn mit Christoph Kolumbus. Er war zwar nicht wirklich der erste, der bei der Chen Familie lernte, sicherlich aber der erste, der damit berühmt wurde. Ich möchte an dieser Stelle kurz die historische und gerade nicht die legendäre Lebensgeschichte Yang Luchans aufzeigen. Yang Luchans eigentlicher Name war Yang Fukui.

Die Chen Familie war aufgrund ihres Status durchaus wohlhabend, so dass eines ihrer Clanmitglieder eine Apotheke in Yongnian unterhielt. Dieser Ort liegt etwa 250 km von Chenjiagou entfernt. Der junge Yang, dessen Eltern recht arm waren, arbeitete von klein auf in dieser Apotheke quasi als Leibeigener. So zog er auch mit seinem Herrn nach Chenjiagou, als dieser dorthin zurückkehrte. Dort diente er dann im Hause Chen Changxings. Nach den Erzählungen meines Großmeisters Chen Xiaowang dürfe man es sich nicht so vorstellen, dass die Chen Familie ihre Kunst bloß niemanden zeigen wollte. Nur war dies eine Zeit, in der es nicht an der Tagesordnung war, dass Touristen vorbei kamen um etwas Taijiquan zu lernen. Auch war dies gar nicht so bekannt, dass eigentlich auch niemand des Rufes wegen kam. Wie gesagt, lernten schon zuvor einige Außenstehende bei der Chen Familie. Nähere Angaben und Aufzählungen findet der interessierte Leser in dem Quellentextbuch der WCTAG. Yang Luchan war Leibeigener und es gehörte damals alles andere als zur Tagesordnung, dass solche Leute am gesellschaftlichen Leben teilhatten und daher auch nicht für den Unterricht in Frage kamen. Zumal ernsthafter Unterricht sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit des Lehrers, in diesem Falle des Hausherrn, von Nöten waren. Und hier waren die Interessen wohl eher umgekehrt verteilt.
So wurde Yang Luchan nicht unterrichtet, aber in diesem Sinne auch nicht vom Unterricht ferngehalten. Er verrichtete seine Arbeit und soweit diese es ihm zuließ, schaute er den anderen beim Training zu. Wenn er sie nicht sogar dabei bewirtete. Er fand daran soviel Interesse, dass er anfing, in jeder freien Minute das Gesehene im eigenen Training umzusetzen. Chen Changxing viel dieser immense Fleiß auf und er sah, dass Yang Luchan schnelle Fortschritte machte. Er muss tief beeindruckt gewesen sein. Denn so kam es, dass er Yang Luchan später als Schüler annahm. Nach erfolgreichen Lehrjahren zog dieser zunächst wieder in seine Heimat Yongnian, um dann aber später in Peking weltberühmt zu werden. Zurück in Yongnian schon begann Yang Luchan,Taijiquan zu unterrichten. Damals gab es den Namen Taijiquan noch gar nicht. Yang selber nannte diesen Boxstil Ruanquan (Weiches Boxen). Es war Mitte letzten Jahrhunderts und die Boxkunst der Chen Familie machte sich langsam einen Namen in der Welt. Als Kampfsystem. Ein Bewohner Yongnians, Wu Yuxiang , war so begeistert von Yangs Erzählungen und Unterweisungen, dass er loszog, Taijiquan in Chenjiagou selbst zu erlernen. Jedoch wies Chen Changxing ihn vermutlich aus Altersgründen ab, so dass er bei Chen Qingping lernte. Chen Qingping heirate eine Frau aus Zhaobaozhen, einer etwas größeren Gemeinde, die an Chenjiagou grenzt, und zog zu ihr. Chen Qingping lernte Taijiquan bei Chen Youbeng (wie Chen Changxing 14. Generation), welcher die Bewegungen etwas veränderte. Diese Variante wird heute “Kleiner Rahmen” genannt. Hieraus entwickelte sich später auch das Zhaobao-Taijiquan. Während sich die Bewegungen der Formen über die Generationen der Nachkommen Yang Luchans veränderten, so dass man heute gemeinhin vom Yangstil spricht, so spricht man über die Generationslinie des Wu Yuxiang vom Wustil. Aus beiden Varianten haben sich weiterhin Veränderungen ergeben, die heute weitere Stilbezeichnungen führen. Auch im Chenstil hat es Veränderungen gegeben mit entsprechenden Bezeichnungen. Jedoch lassen sich alle heute bekannten Taijiquanformen auf die von Chen Changxing zurückführen. Und dies ist auch in den heutigen Bewegungsarten noch klar erkennbar. Auch hat es außer schleichenden Veränderungen, persönlichen Vorlieben etc. auch tatsächliche, absichtliche Veränderungen gegeben. Zum Beispiel Kürzungen oder Versimplizierungen zur Vereinfachung und leichteren Streuung des Taijiquan. Explosive Bewegungen wurden durch einfachere ersetzt, um eine größere Zielgruppe anzusprechen. Veränderungen der Veränderung wegen, um selber eine Urheberschaft anzumelden sind zu beobachten und und und. Das eigentliche Gongfu des Taijiquan jedoch bleibt seit den Tagen Chen Changxings und Yang Luchans unübertroffen und diejenigen, die in heutigen Tagen diese hohen Level im Taijiquan erreichen, trainieren das Taijiquan in genau derselben Weise, wie die alten Meister. Veränderungen hin oder her – wer das wirkliche Taijiquan in seiner Vollständigkeit erlernen will, findet immer wieder zurück zur Wurzel. Von dieser können alle profitieren. Individuell ausgerichtet je nach Konstitution und Intention. Veränderungen des eigentlichen Taijiquan haben bisher nur Varianten ergeben, die individuell, durch Neigung und Alter sowieso schon immer da gewesen sind. Mit dem Unterschied, dass sie jetzt durch Medien wie Photographie und neuerdings Video standardisiert worden sind.

Doch was kann ich mir jetzt unter dem “Historischen Taijiquan” vorstellen? Was hat die Chen Familie oder besser noch Chen Wanting selbst, mit seiner Arbeit beabsichtigt zu erschaffen?

Zunächst einmal war Chen Wanting ein Kriegsherr. Das heißt, sein Beruf war der Krieg, er war auf dem Schlachtfeld Zuhause. Eigentlich gilt das für fast alle berühmten Begründer großer Systeme. Man denke da an den Aikido Begründer Ueshiba oder aber den japanischen Schwertfechter Musashi. Alles Menschen, die ihre Erkenntnisse aus dem wirklichen Kampf, ernsthaften Duellen, aus Leben und Tod unmittelbar gewonnen haben. Man kann also getrost davon ausgehen, dass Chen Wantings Wissen um die Kampfkunst immens war und sein System an realistischer Selbstverteidigung allen Zweifel erhaben war. Aber es ging ihm um mehr. Durch seine verlorene Ehre, den Dynastiewechsel, zog er sich zurück ins ländliche Chenjiagou und suchte nach etwas dauerhafterem als Ruhm und Ehre. Er fand dieses Wissen in tiefen religiös / philosophischen Erkenntnissen und in dem, was abgeflacht heute als Qigong bezeichnet wird. Hieraus schuf er ein System, was sowohl zum Schutze des Staates nach außen, als auch zur Stärkung und Gesundung des eigenen Selbst nach innen hin gebräuchlich war. Um in Körper und Geist alle Fähigkeiten zu entwickeln und selbstverständlich auch aus kampfkunstspezifischen Notwendigkeiten heraus, beinhaltet sein System sowohl weiche, als auch harte, langsame, als auch explosive Bewegungen. Er schuf ein System, das alle Gegensätze, alle Polaritäten des Lebens und alle Formen der Wandlung und Veränderungen, die das Leben mit sich bringt, in sich harmonisiert. Es sollte möglich sein, sich dem natürlichen Fluss der Dinge anpassen zu können, um so die Zusammenhänge zwischen Himmel und Erden wirklich spürbar erfahren zu können. Und dies nicht nur spirituell, sondern auch direkt überprüfbar im Zweikampf. Heute fehlt oft der kämpferische Aspekt, so dass es den Übenden schwerfällt, sich und seine Fortschritte realistisch einschätzen zu können. Oft trudeln sie deshalb ins Uferlose.

All diese Prinzipien, die Chen Wanting kreierte, wurden später als dem Taiji-Prinzip entsprechend erkannt, so dass man seit etwa 100 Jahren bei dieser Boxkunst von Taijiquan (Boxen nach dem Taiji-Prinzip) spricht.
Ursprünglich zählen neben den Faustformen noch viele Waffenformen, Training an speziellen Geräten, wie z.B. Ball oder Tonne, sowie Partnerübungen, Schiebende Hände und Freikampf mit zu dem System. So wie es auch heute noch in der Chen Familie praktiziert wird.

Das historische Taijiquan ist eine klar definierte Sache. Hauptsächlich Unverständnis oder kommerzielles Fehldenken haben mit der Zeit zu mystischer Geheimniskrämerei geführt. Ich selbst habe noch keinen wirklich großen Meister getroffen, der aus seiner Sache ein Geheimnis gemacht hätte. Viele schlechte Lehrer mit geringem Können aber, die mir von Geheimnissen erzählten. Der Grund hierfür wird mir wiederum wohl immer ein Geheimnis bleiben. Denn wirkliches Taijiquan ist viel zu schwer zu erlernen, als dass es Not tut, darum ein Geheimnis zu machen.

Das historische Taijiquan ist die Wurzel aller Taijiquan-Richtungen. Wer die Wurzel verlässt, kommt nicht nur Millimeter vom Weg ab, sondern treibt meilenweit in die Irre. Das heißt nicht, dass man unbedingt ausschließlich Chen Taijiquan betreiben muss, um Gutes zu lernen. Aber man sollte sich um Lehrmeister mit traditionellem Wissen und wirklichem Können und Gongfu bemühen, denn in Wirklichkeit gibt es keine verschiedenen Systeme. Tatsächlich gibt es nur das Taiji-Prinzip und die Boxkunst, die sich danach richtet. Gesundheit, Meditation, Selbstverteidigung – je tiefer die Erkenntnis, je klarer das Prinzip – desto größer der wirkliche Nutzen.